Sozialhilfe

Öffentliche Sozialhilfe

In Goldach hat sich die Anzahl der Unterstützungen im Vergleich zum Vorjahr marginal reduziert. Der Nettoaufwand in der wirtschaftlichen Sozialhilfe beträgt im Jahr 2023 CHF 525’429.72. Auch im Jahr 2023 konnte das Sozialamt insgesamt CHF 389’000.00 (Vorjahr CHF 580’000.00) mit rückwirkend gesprochenen Sozialversicherungsleistungen verrechnen. Es handelte sich dabei um IV-Renten und die damit verbundenen Leistungen aus der beruflichen Vorsorge sowie Ergänzungsleistungen.

Die Kosten für Fremdplatzierungen von Kindern und Jugendlichen in Heimen oder Pflegefamilien fielen mit netto CHF 74’756.50 (Vorjahr CHF 150’200.50) gut 45 % niedriger aus als im Vorjahr. Die Auslagen für Sozialpädagogische Familienbegleitungen SPF waren im Vergleich zum Vorjahr 45 % tiefer und beliefen sich im Jahr 2023 auf netto CHF 40’146.39 (Vorjahr CHF 79’055.75).

Die Zusammenarbeit mit den regionalen Anbietern von Beschäftigungsprogrammen verlief 2023 problemlos. Die Kosten für den sekundären Arbeitsmarkt betrugen im Jahr 2023 netto CHF 37’664.65. Es ist von grosser Wichtigkeit, Personen in der Sozialhilfe eine regelmässige Tagesstruktur zu bieten.

Gesamtschweizerisch liegen die Fallzahlen Ende November 2023 weiterhin unter dem Niveau des Durchschnittsmonats 2019. Die Fallzahlen sind entgegen den Befürchtungen während der Pandemie nicht gestiegen und liegen unter dem Durchschnitt 2019. Den Grund dafür sieht die Schweizerische Konferenz für Sozialhilfe SKOS in den vorgelagerten Sozialwerken (Taggelder ALV, Kurzarbeit, Corona-Erwerbsersatz), die während der Krise ausgebaut wurden, und in der positiven wirtschaftlichen Entwicklung (Quelle: SKOS, Monitoring Fallzahlen November 2023).

Auch im Jahr 2023 verzeichnete die Gemeinde Goldach vermehrt Rückerstattungen der bezogenen Sozialhilfeleistungen. Es konnten total CHF 176’256.08 (Vorjahr CHF 186’758.80), zum grossen Teil freiwillig, eingebracht werden. Es zeigt, dass sich eine konsequente Bearbeitung der «alten Sozialhilfefällen» lohnt.

Im Jahr 2023 betreuten die Sozialen Dienste insgesamt 149 Fälle in der finanziellen Sozialhilfe (Vorjahr 153 Fälle). Knapp 3 % der Goldacher Bevölkerung sind auf Unterstützung von der Sozialhilfe angewiesen. Die durchschnittlichen Kosten liegen bei CHF 54.75 pro Einwohner und Jahr.

Alimentenbevorschussung und Inkassohilfe

Der Nettoaufwand ist im Vergleich zum Vorjahr um gut 35 % gestiegen. Der Bruttoaufwand liegt hingegen mit CHF 394’491.25 gut 9 % unter dem Aufwand des Vorjahrs.

In 43 Fällen (Vorjahr 49) wurden Unterhaltsbeiträge für insgesamt 59 Kinder (Vorjahr 64) bevorschusst. In 94 Fällen wird zudem Inkassohilfe geleistet. Dies ergibt insgesamt 137 Fälle. Bei gut der Hälfte aller Fälle waren jegliche Inkassomassnahmen erfolglos, da sich der Schuldner entweder im Ausland aufhält, selber von der Sozialhilfe unterstützt wird, als Selbständigerwerbender arbeitet oder sein Aufenthalt unbekannt ist. Die Rückerstattungsquote der bevorschussten Alimente beläuft sich auf 47 %.

Jahr
Bevorschussung
Rückerstattung
Nettobelastung
2020
425'749.90
224'964.29
200'785.61
2021
436'751.20
300'488.48
106'262.72
2022
429'426.20
276'268.55
153'157.65
2023
394'491.25
186'781.71
207'709.54

Asylbereich

Die Gemeinde Goldach hat zurzeit einen SOLL-Bestand von 126 Personen (Vorjahr 115 Personen) im Asylbereich vom Kanton vorgegeben. Per Ende 2023 betreuten die Sozialen Dienste Goldach 126 Migranten/innen (Vorjahr 132 Migranten/innen). Stand 31. Dezember 2023 sind in Goldach 19 vorläufig aufgenommene Personen, 22 anerkannte Flüchtlinge, 1 vorläufig aufgenommene Flüchtlinge und 84 Personen mit Schutzstatus S wohnhaft. 13 stammen aus Afghanistan, 4 aus Albanien, 1 aus Eritrea, 1 aus Iran, 4 aus Russland, 1 aus Somalia, 8 aus Syrien, 6 aus der Türkei, 84 aus der Ukraine. Bei 4 Personen ist das Herkunftsland unbekannt.

Im Jahr 2023 wurden in der Schweiz 27’980 Asylgesuche (ohne Berücksichtigung Schutzstatus S) eingereicht. Ebenfalls leben per Ende Oktober rund 66’000 Personen aus der Ukraine mit einem aktiven Status S in der Schweiz. Der Bundesrat hat im März 2022 beschlossen, für ukrainische Staatsbürger den Schutzstatus S zu aktivieren. Im November 2023 hat er den Schutzstatus bis März 2025 verlängert.

Die Sozialen Dienste Goldach werden bei der Integration der Asylsuchenden von der Regionalen Potenzialabklärungs- und Arbeitsintegrationsstelle (REPAS) in Rorschach sehr gut unterstützt. Die Integrationskosten im Asylbereich beliefen sich im Jahr 2023 auf CHF 437’175.80. Diese Kosten werden vom Kanton respektive Bund vollständig zurückerstattet (Verrechnungsperiode 1. Dezember 2022 bis 31. Dezember 2023).

Insgesamt sind die Migranten in 42 Wohnungen in Goldach untergebracht. Ein Teil der Wohnungen sind extern angemietet. 20 Wohnungen befinden sich in Liegenschaften, welche der Gemeinde Goldach gehören. Aufgrund der Ukrainekrise wurde im Frühling/Sommer 2022 die Gruppenunterkunft an der Hauptstrasse 4a in Goldach für Flüchtlinge umgenutzt. Aufgrund der angespannten Lage wird die Anlage weiterhin für Flüchtlinge benötigt. Die Betreuung und Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen ist anspruchsvoll und herausfordernd, verlief aber mehrheitlich ohne grosse Probleme.

Asylbewerber mit einem Entscheid des Staatssekretariats für Migration (SEM) können fünf oder sieben Jahre mit dem Kanton respektive dem Bund verrechnet werden. Wenn sich die Personen innert dieser Zeit nicht von der sozialhilferechtlichen Unterstützung lösen, wechselt das Unterstützungsdossier in die finanzielle Sozialhilfe. Im Jahr 2023 sind drei solche Familien (13 Personen) in die Sozialhilfe übergetreten.