Offene Jugendarbeit

Jugendzentrum

Jugendliche und junge Erwachsene brauchen Freiräume und Orte, die eine selbstbestimmte Entwicklung ermöglichen. Ein zentraler Aspekt des Jugendzentrums ist, dass wir der Zielgruppe einen geschützten Rahmen für die Förderung positiver Entwicklungsschritte bieten.

Zu beobachten ist, dass bei uns aber auch bei anderen Netzwerkpartnern die Besucherzahlen im regulären Treffbetrieb tendenziell sinken. Während wir im Jahr 2022 total 4’440 Besucherinnen und Besucher zählten, waren es im Jahr 2023 noch 3’742 Jugendliche und junge Erwachsene. Dennoch sind wir der Überzeugung, dass das Jugendzentrum für viele Heranwachsende ein wichtiger Treffpunkt und «Ort des Lernens» ist.

 

Aktionen und Projekte

Ein Ziel der Aktionen und Projekte ist, dass wir die Jugendkultur, dort wo Bedarf besteht, aktiv fördern. Folgende Aktionen und Projekte dürfen wir zu den Highlights im Jahr 2023 zählen:

Kulturfest

Das erstmals durchgeführte Kulturfest konnte in Zusammenarbeit mit der Offenen Jugendarbeit Untereggen und der Katholischen Kirche Region Rorschach umgesetzt werden. Der Anlass war ein idealer Begegnungsort für die zugezogene und die einheimische Bevölkerung. Durch das vielfältige Angebot an Kulinarik und Darbietungen wurden verschiedene Kulturen und einige ihrer Merkmale spürbar und somit zugänglich gemacht. Ziel war es Vorurteile abzubauen, Stigmata zu durchbrechen und das friedliche Zusammenleben zu fördern. 

Auch der Jugendkultur, speziell der HipHop-Kultur, welche bei den Jugendlichen einen besonderen Stellenwert hat, wurde Raum gegeben. So wurde beispielsweise geschickt die Leidenschaft für Graffitis mit dem Sprayen von Flaggen aus aller Welt verbunden. Zudem gab es traditionelle und moderne Dance-Shows, eine Kerzenstation als Andachtsstelle für Kriegsopfer, Infostände, eine Bastel- und Bücherecke für Kinder sowie eine Chill-Lounge mit Musik.

Graffiti Projekt Oberstufenareal

Bereits im Herbst 2022 startete die Planungsphase für das grosse Graffitiprojekt. Dieses hatte zum Ziel, mehrere Wände der Fahrradunterstände sowie eine zusätzliche etwas längere Wand auf dem Oberstufenareal mit Motiven, welche uns zeitgemässer und zum Ort passender erscheinen als die alten, umzugestalten.

In den Frühlingsferien 2023 wurde schliesslich der erste Teil des Projekts umgesetzt. Ein professioneller Sprayer begleitete eine Projektgruppe, bestehend aus fünf jugendlichen Teilnehmenden, über mehrere Tage dabei, ihre Ideen erst aufs Papier, dann auf eine Übungswand und schliesslich auf die ausgewählten Wände der Fahrradunterstände zu bringen. 

Im Sommer 2023 besuchte uns derselbe Sprayer gemeinsam mit einem weiteren Künstler noch einmal, um weitere Wände umzugestalten. Da sowohl eins bis zwei kleinere als auch die längere Wand noch nicht umgestaltet sind, zieht sich das Projekt noch weiter ins Jahr 2024.

Ein Kunstwerk, dass im Zusammenhang mit dem Graffiti Projekt entstand.

«OJAG-Sports» vorerst pausiert

Über die Herbst-/Wintermonate fand jeweils am letzten Mittwoch im Monat, anstelle des regulären Jugendzentrumbetriebs, «OJAG-Sports» statt. Für viele ist Sport ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Sportliche Aktivitäten tragen zum physischen sowie psychischen Wohlbefinden bei. Das Angebot soll vor allem Freude bereiten und die Zielgruppe motivieren in unterschiedlichen Formen mit gleichaltrigen in Kontakt zu sein.

Im Jahr 2022 sowie anfangs 2023 wurde das Angebot rege genutzt. Ab Herbst 2023 konnten wir die Zielgruppe mit dem Angebot jedoch nicht mehr begeistern, weshalb wir das Projekt nun pausieren.

 

Prävention

Prävention ist ein wichtiger Aspekt der Sozialen Arbeit und der Sozialpädagogik. Ziel dabei ist, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen für verschiedene Thematiken sensibilisiert und dazu befähigt werden, in herausfordernden Situationen bestmöglich handlungsfähig zu bleiben. Jugendarbeiter Brendan Gerber hat sich der grossen Aufgabe gewidmet und hat erfolgreiche Präventions-Workshops im Jugendzentrum durchgeführt.

Sexismus

Der erste von zwei Präventionsworkshops, welche im Jahr 2023 durchgeführt wurden, behandelte das Thema «die Rolle des Mannes in der Gegenwart». Gemeinsam mit dem Zürcher Rapper «Didi» wurde mit den Teilnehmern zuerst ein kurzer Dokumentarfilm über den Frankfurter Rapper «Haftbefehl» geschaut und anschliessend über den Inhalt des Films sowie weitere wichtige Themen diskutiert. Unter anderem ging es um toxische Männlichkeit, die Relevanz als Mann Gefühle zuzulassen und darüber zu sprechen sowie darum, was einen «echten Mann» heutzutage ausmacht. «Didi» erzählte den Jugendlichen von seinen Erfahrungen zum Thema, zeigte mehrere seiner Musikvideos, von denen er einige ausgewählte Inhalte detailliert beleuchtete. Die Teilnehmer konnten sich sehr gut auf das äusserst komplexe Thema einlassen und es entstand eine sehr spannende, aufschlussreiche Diskussion.

Geld/Schulden

Beim zweiten Präventionsworkshop im Jahr 2023 drehte sich alles um das Thema Geld. Um in den Workshop einzusteigen, wurde gemeinsam mit dem Schulsozialarbeiter der Oberstufe Goldach und den Teilnehmerinnen der Film «Blutzbrüdaz» geschaut. In diesem geht es um zwei Rapper, welche sich aufgrund von Geldproblemen zerstreiten. Anschliessend hat der Schulsozialarbeiter von seinen persönlichen Erfahrungen berichtet. In Form einer Diskussion wurde das ganze schliesslich abgerundet. Die Teilnehmerinnen haben interessiert mitdiskutiert und es entstand ein sehr konstruktiver Austausch.

«STOP RACISM!»

Ein weiteres Präventionsprojekt war «STOP RACISM!». Der 21. März wurde von der UNO zum «internationalen Tag gegen Rassismus» erklärt, weshalb im Jugendzentrum zum zweiten Mal ein Themenmonat stattfand. Jugendliche und junge Erwachsene konnten an unterschiedlichen Aktionen teilnehmen. Hierzu wurden «Stempelkarten» ausgehändigt, um Punkte zu sammeln und die Gewinnerinnen und Gewinner erhielten Preise. Inhalte der Aktionen waren Umfragen, ein Quiz, ein Actionbound (digitale Schnitzeljagd) in Goldach sowie die Gestaltung eines «Gemeinschaftsbilds», welches im Jugendzentrum aufgehängt wurde.

Neues Beratungssetting

Beratungen wurden vermehrt in Anspruch genommen, welche während den regulären Öffnungszeiten kaum vertieft werden konnten. So kam das OJAG-Team zum Entschluss, nebst der Präventionsarbeit auch das Beratungssetting in neuer Form als festen Bestandteil in ihr Leitbild miteinzubinden. Neu bieten wir das niederschwellige Beratungssetting ausserhalb der Öffnungszeiten an. In Verbindung mit den oben erwähnten Workshops sowie den Alltagsgesprächen, welche sich mit der Zielgruppe ergeben, können wir nun die Wunschthemen während den Beratungszeiten vertiefen. Der angepasste Rahmen erlaubt eine ruhige Atmosphäre sowie eine «anonyme» Anlaufstelle, die wir bis anhin nicht bieten konnten. Beratungen können jeweils donnerstags von 16.30 – 18.00 Uhr in Anspruch genommen werden.

 

Genderangebote

Genderangebote sind ein wichtiger Bestandteil der Offenen Jugendarbeit, da die Geschlechter auch mit unterschiedlichen Bedürfnissen in Verbindung stehen. Einmal im Monat findet je eine Frauen- und eine Männerzeit statt. Der Bedarf der Zielgruppe steht stets im Vordergrund. Über unterschiedliche Wege holen wir regelmässig Stimmen der Heranwachsenden ab und machen Bedarfsanalysen. So wurde beispielsweise von den jungen Frauen das Mixen von alkoholfreien Cocktails, Windlichter gestalten, backen, kochen, Karaoke singen, Lippenbalsam herstellen, Porzellan bemalen und Textilien gestalten gewünscht.

In den ebenfalls regelmässig stattfindenden Männerzeiten haben Turniere und Action Vorrang. So wurden beispielsweise verschiedene Gaming-Turniere (Fifa, Mariokart, Supersmash Brothers, etc.) und ein Tischtennisturnier durchgeführt.

Männerzeit - Tischtennisturnier

Generell bleibt zu sagen, dass wir das Jahr 2023 in der Offenen Jugendarbeit Goldach als erfolgreich erachten dürfen. Das Team durfte viele schöne Stunden und Begegnungen mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen geniessen.


Das Team der OJAG

Seit August 2023 wirkt Michelle Lauschner, im Rahmen ihres Ausbildungspraktikums an der Fachhochschule OST St. Gallen, in der OJAG mit.

Selma Wanner ist im Mai 2022 auf Stundenlohnbasis zu unserem Team gestossen. Sie hat bereits von August 2019 bis Februar 2021 als Praktikantin in der OJAG gearbeitet.

Brendan Gerber ist seit August 2021 als ausgebildeter Sozialpädagoge in der OJAG angestellt.

Ich freue mich sehr, dass Michelle Lauschner, Selma Wanner und Brendan Gerber auch im Jahr 2024 Teil meines Teams sein werden. Für die gute Zusammenarbeit und die vielen schönen Momente bedanke ich mich beim ganzen OJAG-Team.