Und die Finanzen?

Die Gemeinde Goldach steht vor herausfordernden finanziellen Zeiten. Bereits das Jahr 2023 wurde mit einem Defizit abgeschlossen. Nicht zuletzt aufgrund des beachtlichen Eigenkapitals wurde dannzumal auf eine Steuerfusserhöhung verzichtet.

Der Aufwandüberschuss des vergangenen Jahrs 2024 zeigt sich nochmals deutlich ausgeprägter. Das Defizit ist struktureller Natur, das heisst bei einer «normalen» Ertragslage können die Aufwände mit den erwirtschafteten Erträgen nicht gedeckt werden. Diese Tatsache wiederum lässt sich vor allem damit begründen, dass die Steuerkraft von Goldach im kantonalen Durchschnitt liegt, der Steuerfuss aber überdurchschnittlich tief festgelegt wurde. In den letzten Jahren konnte der Gemeinderat aufgrund ausserordentlichen Ertragssituationen eine stetige Senkung des Steuerfusses beantragen. Neben dem Wegfall dieser ausserordentlichen Erträge hat sich der Aufwand andererseits in vielen Bereichen vergrössert. Viele Ausgaben sind dabei gebunden: Kosten für die stationäre und ambulante Pflegefinanzierung oder auch Ausgaben im Bereich «Soziales» lassen sich nur sehr beschränkt steuern. Auch der stetig wachsende Aufwand im Bildungswesen unterliegt nur beschränkten Einflussmöglichkeiten.

Eine im Budget 2025 berücksichtigte Steuerfusserhöhung von 9 % ist deshalb unumgänglich. Dennoch rechnet auch das Budget 2025 mit einem Aufwandüberschuss. Weitere Steuerfusserhöhungen sind also nicht auszuschliessen.

Der Gemeinderat ist sich der schwierigen finanziellen Ausgangslage sehr bewusst. Es wurden bereits diverse Massnahmen getroffen, um die Rechnung 2024 und das Budget 2025 finanziell zu entlasten. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass die Attraktivität einer Gemeinde auch vom Angebot und der Lebensqualität eines Wohnorts massgeblich abhängt. Es sollen deshalb in erster Linie Massnahmen umgesetzt werden, welche die Attraktivität von Goldach nicht wesentlich schmälern.